Bild egal

Von wegen alles egal. Sie geben den Ton an!

Egal ist eben nicht egal. Schauen Sie genau hin. In einem einzigen Wörtchen verbirgt sich ein überraschendes Potential, je nachdem, wie Sie seine Einzelbestandteile anordnen:
EGAL – LAGE – ALGE- GAEL Gaël ist ein französischer Vorname.

Genau das passiert mit Ihnen. Je nach dem, wie Sie Ihre Wohlfühl-Bestandteile kombinieren (körperliche Fitness, emotionale Befindlichkeit, mentale Ausgeglichenheit) kann Ihr eigenes (Stimm)Potential mehr oder weniger zum Vorschein kommen. Wenn Sie auf allen Ebenen gut gestimmt sind, kann Klang Wunder tun und andere tief berühren. Konfuzius sagte es so:

„Es ist möglich, in einem dreistündigen Kampf etwas zu erreichen. Doch es ist gewiss, dass man das gleiche Ziel auch mit drei Worten voller Zuneigung erreichen kann.“

Der berühmte chinesische Weise lädt uns also ein, die Waffen niederzulegen. In erster Linie meinte er wohl handfeste Auseindersetzungen, „Mann gegen Mann“ (Darf man das in gender-korrekten Zeiten noch schreiben?). Musikalisch und meisterhaft mit swing ausgedrückt ist das im Gospel Riverside. Wobei Sie und ich genau wissen, dass wir uns auch mit Wortgefechten arg zusetzen können und das ist Frauen- und Männersache. Meist fangen diese Gefechte im eigenen Kopf an, mit der Art und Weise, wie unsere inneren Dialoge ablaufen. Denn diese sind in der Regel höchst unreflektiert und hören sich beispielsweise so an:

„Ach, ich xxx, wie konnte ich nur meine Brieftasche/Handy/Impfpass  zu Hause liegen lassen! Jetzt habe ich den Salat. Das kann nur mir passieren, so blöd zu sein. Der ganze Abend ist im Eimer.“ Bei xxx füllen Sie Ihre gängigen Ausdrücke ein. Hier kommt eine kleine und unvollständige Ausfüllhilfe: Dummerle, Depp, Blödian, Hutdackel, Grasdackel, Seckel, Idiot, Vollidiot.“ Sprechen Sie den Satz nun zwei Mal laut aus und spüren Sie, wie sich das für Sie anfühlt. Wie klingt Ihre Stimme? Wie entspannt oder angespannt ist Ihr Körper?

Dann sprechen Sie den Satz in der folgenden Variante. Ebenfalls zwei Mal laut und deutlich. „Ach, ich wunderbar menschlicher Mensch, wie konnte ich nur meine Brieftasche/Handy/Impfpass zu Hause liegen lassen! Ganz einfach: weil so etwas jedem einmal passieren kann. Jetzt mache ich das Beste aus der Situation.“ Wie fühlen Sie sich jetzt? Wie klingt Ihre Stimme? Wie reagiert Ihr Körper?
Was Sie sagen und wie Sie es sagen hat einen direkten Einfluss auf Ihre Stimme und Ihre Stimmung.

Wie leicht oder schwer ist es Ihnen gefallen, sich „gnädig“ zu behandeln, anstatt sich zu verurteilen und Perfektion einzufordern? Auch hier gilt: jeder Schritt, jedes Üben gilt und zählt! Wenn wir mehr Liebenswürdigkeit und Anmut in unsere Sprache bringen, wird auch die Welt in und um uns herum heller und schöner.

Ich finde, es ist höchste Zeit, dass wir Aggressivität und Dringlichkeit aus unserer Sprache rausnehmen. Wir brauchen uns nicht ständig „durchboxen“, „mit Hochdruck“ arbeiten oder „scharfe Geschütze“ auffahren, um uns im „Konkurrenzkampf zu behaupten.“ Wir brauchen auch nicht auf dem „Zahnfleisch daherkriechen.“ Good bye Drama Queen!  Es reicht, wenn wir uns unwohl fühlen. Teilweise flapsig daher gesagte Ausdrücke wie „Schieß mich tot“ oder „Das war brutal gut“ könnten wir, wenn es nach mir ginge, ohne Weiteres aus dem Vokabular streichen. Mehr dazu lesen Sie in meinen Artikel „Sind Sie noch schlagfertig oder schon souverän?“

Seinen wir also mutig und forschen nach, was sich hinter einer Worthülse wie  „ich geb‘ mir die Kugel“ verbergen mag.  Wohl kaum eine akute Lebensmüdigkeit. Doch: was fühlen wir wirklich und wie können wir es auf ehrliche und wertschätzende Weise kommunizieren? Dann wird aus „ich geb’mir die Kugel“ etwas Präziseres wie: “ ich brauche deine Aufmerksamkeit “ oder „ich bin müde und erschöpft und weiß nicht weiter.“ Oder: „ich bin auf mich wütend und weiß nicht, wohin mit meiner Wut“.

Ich weiß es gut aus eigener Erfahrung- dieses Innehalten und nicht die erstbeste automatische Antwort „rausflutschen“ lassen braucht Energie und Aufmerksamkeit. Doch es lohnt sich. Welche Strategien wir haben, unsere inneren und äußeren Dialoge bewusster zu führen, darum geht es in meinem nächsten Beitrag.

Ganz oft hilft eine Prise Humor um etwas Banalem einen Hauch Glamour zu verleihen und ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. So sah ich neulich einen Wagen mit der Aufschrift:
„Master of disaster“- Ihr Abschleppdienst. Das ist doch herrlich und klingt fast wie der Titel eines neuen James-Bond-Films. Vielleicht möchten Sie Ihrem Lebensgefühl auch einen neuen Titel geben: „alles egal“ wird zu „alles ist möglich.“ Es liegt in Ihrere Hand, den Ton anzugeben. Wenn Ihr Leben ein Lied wäre, welches wäre der Titel? „What a wonderful world „oder „I will survive?“

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